Sizilianisches Lexikon - Von Salvatore Giuliano bis Stromboli

Sizilianisches Lexikon, für die Reise und den Wissensdurst

Salvatore ‚Giuliano Es ist nicht moeglich, ueber Montelepre zu sprechen, ohne diesen Ort mit Salvatore Giuliano zu assoziieren. Seine Geschichte, die sich in der Zeit zwischen 1943 und 1950 abspielte, war bereits eine Legende, bevor er starb. Tausende von Episoden qualifizierten ihn als "den Mann, der von den Reichen nimmt, und es den Armen gibt". Salvatore Giuliano wurde am 16. November 1922 in Montelepre geboren. Sein Vater emigrierte in die Vereinigten Staaten, wo er nach und Nach Land in der Umgebung eines kleinen Dorfes kaufen konnte. Am Ende kehrte er in sein Land zurueck und beschaeftigte sich mit der Kultivation seines Landes. Der junge Salvatore half seinem Vater nach Beendigung der Grundschule. Eigentlich wollte er ja lieber in den Handel, aber er schaffte es nicht, seinen Pflichten zu entkommen. Dafuer fand er zeit fuer seine Studien. Er besuchte oft den Landpriester und seinen ehemaligen Lehrer, wenn er seine Arbeit beendet hatte.

Salvatore ‚Totò‘ Riina (* 16. November 1930 in Corleone, Italien) ist ein italienischer Verbrecher. Er ist einer der bekanntesten Anführer der sizilianischen Mafia.
Riina wurde seit Anfang der 1970er Jahre per Haftbefehl gesucht, wurde jedoch erst 1993 verhaftet. Spätestens seit den 1980er Jahren war er einer der drei mächtigsten Führer der Mafia in Sizilien. Er wurde auch außerhalb Italiens bekannt, weil er 1992 die Morde an Paolo Borsellino und Giovanni Falcone angeordnet haben soll. Darüber hinaus soll er für etwa 1000 weitere Morde verantwortlich sein, von denen er mehrere Dutzend persönlich begangen haben soll.
Obwohl Riina über zwanzig Jahre offiziell als „flüchtig“ galt, lebte er vermutlich die ganze Zeit in Sizilien und baute sich eine Machtstellung in der Mafia auf. Es wird allgemein angenommen, dass dies nur möglich war, weil er aufgrund von Bestechung, Interessensverflechtungen und Einschüchterung aus der sizilianischen Regierung und der damals sehr einflussreichen Democrazia Cristiana Protektion genoss. Er konnte sich nachweislich in dieser Zeit mit dem damals mächtigsten Politiker der Partei, Giulio Andreotti treffen.
Dass Riina schließlich 1993 doch verhaftet wurde, wird auch dem Umstand zugeschrieben, dass er mit den Morden an den sehr populären Borsellino und Falcone großen öffentlichen Druck auf die Politiker verursachte, endlich effektiv gegen die Mafia vorzugehen. In diesem Zusammenhang wurde auch Giovanni Brusca inhaftiert, der vermutlich von Riina beauftragt wurde Falcone zu liquidieren.

San Marco di Alunzio, (Nebrodi) das im 15. Jh. zur Grafschaft der Filangieri di Mirto erklärt wurde. Der Herkulestempel auf dem Felsen am Eingang stammt aus hellenischer Zeit und wurde im Hochmittelalter in eine Kirche (S. Marco) umgewandelt. Die Badia Grande del Salvatore ist sehr interessant; sie wurde 1176 von Margherita, der Frau Wilhelms II. erbaut. Unter den anderen Kirchen ist hinzuweisen auf S. Teodore mit byzantinischer Struktur und griechischem Kreuz. Von der von Roberto il Guiscardo 1060 erbauten Burg sind nur wenige Ruinen übrig.

Selinunte. Ruinenstadt im Westen Siziliens; die antike Stadt wurde um 640 v. Chr. von Griechen aus Megara Hyblea (bei Syrakus) gegründet und um 250 v. Chr. von den Karthagern zerstört. Sie war eine der größten und bedeutendsten Städte in Großgriechenland, wovon vier Tempel auf der Akropolis und drei große vor den Toren der Stadt Zeugnis ablegen: Der Apollotempel ist einer der größten der griechischen Welt überhaupt und heute ein romantisches, überwältigendes Chaos von gigantischen Bauteilen, deren Herstellung im Steinbruch Rocche di Cusa (zehn Kilometer westlich) studiert werden kann. Zu Selinunte gehört ferner das Demeter-Malophoros-Heiligtum, einer der größten Tempelbezirke der Erdgöttin auf Sizilien.

Siracusa. 734 v. Chr. von Korinthern gegründet, wurde die Stadt schnell eine bedeutende wirtschaftliche und kulturelle Metropole des griechischen Siziliens und war zeitweise dessen Hauptstadt. Schöne Altstadt auf einer kleinen Insel («ortygia» = Wachtel) mit staufischem Kastell, sagenumwobener Arethusaquelle und Apollo- sowie Athenatempel, der zum Dom umgebaut wurde (Syrakus gilt als erste christliche Gemeinde in Europa). Auf dem Festland liegen das griechische Theater für rund 15.000 Zuhörer, in dem 472 v. Chr. Aischylos seine «Perser» uraufführte, der Riesenaltar des Hieron (für 450 Stiere!), das römische Amphitheater und die Steinbrüche, in denen die nach dem gescheiterten Angriff von 413/412 gefangenen Athener arbeiten mußten (sog. Latomien), mit dem «Ohr des Dionysios», einer riesigen rätselhaften Höhlung. Weiter östlich Katakomben und die Villa Landolina mit dem Grab August von Platens (gestorben 1835). Oberhalb der Stadt auf dem Epipolais Plateau die gewaltige Fluchtburg Euryalos mit eindrucksvollen Mauern und Kasematten, die um 400 v.Chr. gegen Athener und Karthager angelegt wurde. Südwestlich von Syrakus liegt die sagenhafte Cyane-Quelle: der einzige Ort in Europa, wo Papyrus wild wächst.

Sperlinga (Nebrodi). Wegen seiner strategischen Lage spielte es eine wichtige Rolle während der Vespri Siciliani 1282 und war entscheidendes Bollwerk der Angioini. Es liegt in einer suggestive abgelegenen Landschaft mit grüne Wäldern und ist wegen seiner charakteristischen Felswohnungen eine der einzigartigsten und malerischste Dörfer Siziliens. Das wichtigste Gebäude ist die Burg mit ungewissem Ursprung auch sie wurde teilweise aus dem Felsen gewonnen.

Stromboli. Die nördlichste der Äolischen Inseln ist eigentlich nur ein einziger, ständig aktiver Vulkankegel, dessen Lava über das Kar «Sciara del Fuoco» ins Meer fließt. Der glühende Berg hat die Phantasie der antiken Seefahrer entzündet und war als «Fackel des Meers» ein weithin sichtbares Seezeichen. Heute ist Stromboli touristisch erschlossen und wegen seiner schönen Unterwasserwelt beliebt.
Lesen Sie auch>> "Ziel: Stromboli, das qualmende Dreieck am Horizont. Die Äolischen Inseln. In der Odyssee beschreibt sie Homer als "schwimmend" im Meer, "glatt erhebt sich der Felsen, ringsum ist eine Mauer, ehern und nicht zu durchbrechen". Da hatte der blinde Seher Recht, so liegen sie da, diese Inseln des Windgottes Äolus, die nach der Hauptinsel Lipari auch die Liparischen heißen."